Offener Brief an #allesdichtmachen

Ich bin Gabor Pox, Buchautor. Gewöhnlicher weise lasse ich mich durch einen Außerirdischen aus meinem Buch fernsteuern. Liebe Menschen auf der Erde! Wir sind eine fremde Kultur und beschäftigen uns seit Jahrtausenden damit, euch zu beobachten. Wir haben eure Entwicklung mit viel Freude verfolgt, manchmal auch mit Besorgnis, speziell was die kriegerische Handlung, Rassismus, Umweltzerstörung und jetzt die Pandemie-Situation betrifft. Die aktuelle unpopuläre Aktion #allesdichtmachen ruft mich jetzt zu Wort. Liebe teilnehmende Künstler, die Verwirrung ist groß. Humor, Ironie, Sarkasmus und Skepsis sind künstlerische Mittel, um zu verpacken, was man eigentlich sagen möchte, aber man glaubt, es nicht direkt sagen zu dürfen.

Ausgepackt sieht das so aus, ihr seid unzufrieden mit den Maßnahmen der Regierung. Wie wäre es mit konstruktiven Vorschlägen? Ich möchte euch, den Verzweifelten und auch der Regierung, mit folgendem Rat helfen. Wir hatten auf dem Planeten Wega schon eine vergleichbare Pandemie und wichtige Entscheidungen waren notwendig. Reine politische Maßnahmen hätten aber die Außerirdischen nicht akzeptiert. Deswegen wurde ein Pandemie-Rat gebildet, welcher unabhängig von der Regierung die Entscheidungen getroffen hat. Mitglieder waren Virologe, Ärzte, Psychologe, Wirtschaftsexperten, Soziologen sowie Vertreter der Einzelhandel, Gastronomie, Tourismus, Bildung und Kunst. Diese gewählte Gruppe hat das Vorgehen definiert und erst nach der Abstimmung kommuniziert. Die Bewohner des Planeten waren damit einverstanden. Lieber Künstler, wir schlagen es vor, dass ihr euren Vertreter dafür wählt und nach Berlin schickt, um die Beratung und Verantwortung für euch zu übernehmen. Mehr Details könnt ihr im letzten Absatz des Buches Johnny Callander – Impftag finden. Bleibt gesund und konstruktiv!

Offener Brief an Sebastian Pufpaff

Lieber Sebastian, Onkel Puffi,

ich schreibe Dir nicht aus Verzweiflung sondern aus gegebenem Anlass. Dein Optimismus-Magazin „Noch nicht Schicht“ hat nicht nur meine gute Stimmung weiter gehoben, sondern mich erneut zum Schreiben motiviert! Ich bin ebenfalls ein unverbesserlicher Optimist. Mein Buch ist deswegen von Deinem Optimismus-Magazin nicht mehr zu trennen. (Du findest sogar Deinen Namen im Buch!) Du bekommst jetzt meine persönliche Empfehlung, um mein Buch „Johnny Callander – Impftag“ zu lesen. Im Home Office findet man immer Zeit für Sachen, die Spaß machen und gleichzeitig als Arbeitsrecherche deklariert werden können. Es geht dabei (ich meine im Buch) um die Relativität der „Uhrzeit“ sowie um den schmalen Grat zwischen Traum und Realität. Johnny, mein „Proxy“, ich könnte anlässlich dieses Briefes sogar sagen „unserer Proxy“, geht auf die Barrikaden, um gegen Viren, Mutanten und Impfexperten zu kämpfen.

Was haben wir vergessen?  Ah, ja, nach positivem Feedback aus dem engsten Leserkreis habe ich vor, das Buch auf eine Theaterbühne zu bringen, wenn diese endlich mal offen stehen. Dann würden sich neue Perspektiven eröffnen, was die Auswahl der Schauspieler betrifft. Ich habe einen konkreten Namen schon im Visier… Ich würde mich für eine kurze Rückmeldung freuen, damit ich mich nicht wiederholen muss, Mails landen oft im Spam… Danke! Die einzige traurige Sache wäre, wenn die Pandemie mal endet, dass „Noch nicht Schicht“ dann auch endet… Ich bin aber ein Optimist!

Viele Grüße

Gabor

Offener Brief an Joachim Lottmann

Lieber Jolo,

Wikipedia schreibt, dass Du am selben Tag wie ich geboren bist. Es stellte sich heraus, es stimmt nicht. Entweder lügt Wikipedia oder bist Du ein Lügner… Dein Buch, „Alles Lüge“ suggeriert Letzteres deutlich. Ich wollte es selbst herausfinden. Als mögliche Kontaktaufnahme habe ich angefangen, ein Buch über Dich zu schreiben. „Der Autor dieses Buches erkennt unglaubliche Ähnlichkeiten mit dem berühmten Schriftsteller Jolo, alias Joachim Lottmann, der ebenfalls ein Vertreter der deutschen Popliteratur ist. Am gleichen Tag geboren – es kann kein Zufall sein. Eine Interview-Veranstaltung in Wien bietet die Möglichkeit den Autoren und ihren Alter Egos sich gegenseitig kennenzulernen. Es bleibt nur eine Frage übrig: erreicht dieses Buch auch das Publikum?“ Ich habe das erste Kapitel Dir über Deinen KiWi-Verlag zugeschickt. Hast Du meine Mitteilung nicht erhalten? Ich wollte zu unserem Geburtstag gratulieren und mein Vorhaben ankündigen: „Anlässlich der nähernden Geburtstage Anfang Oktober übersende ich das erste Kapitel meines „imaginären“ Buches. Alles was ich eigentlich sagen wollte, steht drin… Für eine kurze Rückmeldung würde ich mich freuen. Alles Gute zum Geburtstag im Voraus!“ Bisher habe ich keine Antwort bekommen. Ohne Deine Zustimmung möchte ich das Buch nicht publizieren. Das erste Kapitel siehe hier: www.artishock.de/lottmann

melde Dich, liebe Grüße
Gabor

September 2019

Gone Girl

Der Riesenerfolg von Autorin Gillian Flynn basiert auf der großartigen Idee, einen Thriller nicht als Thriller zu schreiben, sondern als tagebuchartige Erzählung. Die kultig-moderne Sprache, die wechselnde männliche-weibliche Sichtweise erinnern mich teilweise an meine Lieblingsbücher von Nick Hornby oder Bret Easton-Ellis. Geschickt ist an eine Lesergruppe adressiert, welche mit iPads und eBooks unterwegs ist und seit langem auf so ein Buch wartet. Es wird erfreulicherweise immer öfters gelesen – und nicht nur in der langen Warteschlange am Flughafen, wo ich das Buch begonnen und anschließend kaum noch weglegen konnte. Die englische Originalfassung ist wirklich genial, und von der deutschen Übersetzung hat man die gleiche Erwartung. Berechtigt. Die deutsche Fassung ist leichter zu lesen, jedoch verliert etwas an Farbe. Die Story und die Spannung bleibt jedoch sprachunabhängig gleich.
Es stellt sich nebenbei die Frage, wie authentisch die Darstellung der Eheproblematik ist. Die Autorin, glücklich verheiratet, hat schon selbst nachgedacht wegzulaufen? Wie sie es erzählt, ist sie selbst erst frisch verheiratet, als sie über die Krise bei Nick und Amy bereits nachgedacht hat. Ihre beiden früheren Bücher thematisierten, wie Einsamkeit zur kriminellen Handlung führen kann. Und jetzt wird analysiert, welche seelische Belastung eine plötzliche „lebenslange“ Bindung zu einer anderen Person – genannt „Ehe“ – mit sich bringt. Das Buch stellt stärker tiefgehend menschliche Fragen, als es von einem Thriller zu erwarten ist. Zum Beispiel als Nick gleich am Anfang des Buches markant formuliert, die meistgestellten, jedoch selten offen ausgesprochenen Fragen lauten: Woran denkst Du gerade? Was spielt sich in deinem Kopf ab? Wie könnte ich irgendwie reinschauen? Vergleichbare Fragen habe ich teilweise in meinem Buch „iCan – ich und das Zen“ schon gestellt. Die erwähnte Fragestellung hat etwas mit unsicherem Ego, kombiniert mit Eifersucht zu tun. Sollte eigentlich nicht egal sein, was unserer Lebenspartner gerade denkt? Was ist mit der persönlichen Denkfreiheit? Entweder müssen die obigen kritschen Fragen verschwinden – oder das „Girl“, lehrt uns der Thriller. Mein Vorschlag wäre jedoch die erste Variante.
Ich bin nur leicht enttäuscht, dass nicht ich das Buch geschrieben habe… Chapeaux!

Steve Jobs in der Wolke?

Danke, Steve Jobs!

 In meinem ersten Buch vor anderthalb Jahren habe ich einiges über Meditation und Zen geschrieben. Zu den fernöstlichen Kulturen gehört auch die alte Wolkentheorie. Demnach schwebt das gesamte Wissen der Menschheit irgendwo „oben“. Die erfahrenen Menschen geben ständig etwas dazu, und die neuen, jungen können sich davon bedienen. Eine weiterführende Theorie besagt, dass die menschlichen Seelen ebenfalls in der Wolke landen, und durch Reinkarnation ein neues Leben anfangen können.

 Blödsinn. Ich bin Skeptiker. Und Techniker. Ich gehöre zur „Generation Computer“ wie Steve Jobs und Bill Gates. Ich habe miterlebt, als die ersten Geräte wie Atari, Commodore, PC und Mac sich verbreitet haben. Ich habe die Aktivitäten und Herausforderungen der damaligen Kämpfer als Software-Entwickler mitverfolgt. Als das World Wide Web uns plötzlich beherrschte, sowie Google und Wikipedia kamen, habe ich gespürt: ja, unsere „Wolke“ ist endlich da! Ich – und noch viele andere – hatten schon immer ähnliche Ideen. Jedoch wäre das alles ohne Visionäre und Umsetzer wie Jobs nichts geworden. Warum war aber Steve Jobs noch mehr als Visionär? Er wollte nicht einfach unsere vorhandenen Wünsche erfüllen. Er hat uns die Wünsche selbst vorgestellt. Und es hat gepasst!

 Ohne Steve Jobs wäre ich wahrscheinlich auch kein eBook-Autor geworden. Erst als das iPad im April 2010 uns überraschte, wusste ich, dass meine Zeit gekommen ist. Meine Bücher waren und sind eine Hommage an Apple. Mein erstes Buchtitelbild für das „iCan – Ich und das Zen“ war eine iPad Rückseite. Das Apfel-Logo war jedoch voll, weil ich noch etwas dazu geben wollte…  Im Buch „iScream“ schicke ich meine „Tochter“ auf Vampirsuche, mit Hilfe von zwei iPads. Im „iDiot in New York“ läuft Holden, ein echter Apple-Freak, von Store zu Store mittels iPhone-Navigation. Und im Buch „iDream“ ziehe ich das tropical iPad aus dem Sand, um die selbst entwickelte Software, die meine Bücher automatisch schreibt, zu testen.

 Steve Jobs hat in letzter Zeit noch einiges Revolutionäres aufgesetzt. Die Pläne für die futuristische neue Apple-Firmenzentrale in Cupertino, das iOS 5, der Lion und das iPhone 5, welches fast noch „rechtzeitig“ herauskam. Und die Wolke! Mit iCloud ermöglicht uns Apple kostenfreie Dienste, die die Datenhaltung neu definieren.

 Steve Jobs war ein Zen-Buddhist. Er glaubte sogar an Wiedergeburt. Und wenn ER dies sagt, dann nehme ich es auch ernst. Er schwebt für mich jetzt da oben, in seiner eigenen Wolke…

Danke, Steve Jobs!

Gabor Pox, 08.10.2011